Immobilie mit Vorkaufsrecht verkaufen
Ein eingetragenes oder gesetzliches Vorkaufsrecht kann komplexe rechtliche Abhängigkeiten schaffen. Erfahrung und ein sicherer Blick für die Zusammenhänge sind hier entscheidend, damit Ihr Verkauf planbar bleibt.
Was ein Vorkaufsrecht bedeutet
Ein Vorkaufsrecht gibt einem Dritten das Recht, anstelle des vorgesehenen Käufers in einen bereits geschlossenen Kaufvertrag einzutreten, zu genau denselben Bedingungen.
Für den Verkauf heißt das: Der eigentliche Käufer und der Verkäufer haben sich bereits geeinigt und den Kaufvertrag notariell beurkundet, trotzdem kann eine dritte Partei nachträglich in genau diesen Vertrag eintreten. Das betrifft nicht jeden Verkauf, aber wenn ein Vorkaufsrecht existiert, sollte es von Anfang an mitgedacht werden, statt erst kurz vor dem Notartermin aufzufallen.
Zwei Wege, wie ein Vorkaufsrecht entsteht
Gesetzliches Vorkaufsrecht der Gemeinde
Nach dem Baugesetzbuch steht Gemeinden in bestimmten Fällen ein Vorkaufsrecht zu, etwa in Sanierungs- oder Milieuschutzgebieten oder bei Flächen für Naturschutz und Straßenbau. Der Notar muss den Kaufvertrag der Gemeinde mitteilen, die dann innerhalb einer gesetzlichen Frist entscheidet, ob sie ihr Recht ausübt.
Vertragliches Vorkaufsrecht Dritter
Ein Vorkaufsrecht kann auch individuell vereinbart und im Grundbuch eingetragen sein, zum Beispiel zugunsten eines früheren Miteigentümers, eines Familienmitglieds oder eines Nachbarn. Wichtig: Auch ein Mieter kann unter bestimmten Voraussetzungen nach § 577 BGB ein gesetzliches Vorkaufsrecht haben, etwa wenn eine vermietete Wohnung erst nach seinem Einzug in eine Eigentumswohnung umgewandelt wird.
Häufige Fragen zum Vorkaufsrecht
Was Verkäufer beim Thema Vorkaufsrecht am häufigsten wissen möchten.
Was ist der Unterschied zwischen gesetzlichem und vertraglichem Vorkaufsrecht?
Ein gesetzliches Vorkaufsrecht steht meist der Gemeinde zu, etwa in Sanierungs- oder Milieuschutzgebieten. Ein vertragliches Vorkaufsrecht wird individuell vereinbart und im Grundbuch eingetragen, zum Beispiel zugunsten eines früheren Miteigentümers oder Familienmitglieds.
Kann auch ein Mieter ein Vorkaufsrecht haben?
Ja. Wird eine vermietete Wohnung erst nach Einzug des Mieters in eine Eigentumswohnung umgewandelt und dann an einen Dritten verkauft, steht dem Mieter unter bestimmten Voraussetzungen nach § 577 BGB ein gesetzliches Vorkaufsrecht zu.
Wie lange dauert die Prüfung durch die Gemeinde?
Der Notar informiert die Gemeinde über den Kaufvertrag, die in der Regel eine Frist von zwei Monaten hat, um ihr Vorkaufsrecht auszuüben. Erst danach oder nach Vorliegen eines Negativzeugnisses kann der Eigentumswechsel im Grundbuch vollzogen werden.
Kann ich den Verkauf trotz Vorkaufsrecht sicher planen?
Mit einer frühzeitigen, sauberen Prüfung lässt sich meist gut einschätzen, ob und wie wahrscheinlich ein Vorkaufsrecht ausgeübt wird. So lässt sich der Verkauf realistisch timen, statt von einer Überraschung kurz vor dem Notartermin ausgebremst zu werden.
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